Finnlandwoche Kurioses: Die spinnen, die Finnen!

„Hi, ich bin Markku.“ – „Oh, du auch? Willkommen im Club!“

Diese Begrüßungsfloskel haben ein paar Finnen wohl ein wenig zu ernst genommen, als sie einen Verein für den Namen „Markku“ gründeten. So was kann doch nur aus dem verrückten Finnland kommen. Aber wie lässt man sich bitte so etwas einfallen?

Nicht nur die Tatsache, dass der Name Markku (welcher von dem Namen ‘Marcus’ abstammt) häufig in Finnland vertreten ist (34.902 Männer gab es im Jahre 2006 mit diesem Namen) – auch der Namenstag spielt für die Finnen eine wichtige Rolle. Denn er wird mehr gefeiert, als der eigene Geburtstag! Der Brauch, der eigentlich von den Heiligen im Mittelalter abstammte, wird auch heutzutage noch fortgesetzt.

Doch was veranlasst denn einen Menschen nun dazu, deswegen einen eigenen Verein zu gründen?

(c) www.markkuliitto.fi
(c) www.markkuliitto.fi

Das ist eigentlich ganz einfach: Aus Spaß! Es gibt so viele andere Namen, wegen derer ein Club hätte gegründet werden können. Aber wenn jemand auf die Idee kommt, etwas Sinnloses zu veranstalten, findet er schnell viele Anhänger, die beim Unsinn mit einsteigen.

Über tausende Mitglieder verzeichnet der Verein seit der Gründung am 18.07.1996.

Aufgenommen wird man, wer hätte es gedacht, wenn man den Namen ‘Markku’ trägt. Dort kann man dann auf Gleichgesinnte treffen. Außer groß veranstalteten Treffen gibt es sogar eigene Fanprodukte – wie eine Biermarke.

Und nicht zu vergessen: Der „Markku des Jahres“! Der erste Markku mit diesem Titel war Markku Pölönen im Jahre 1997.

Diese scheinbar willkürliche Titulierung hat neben all dem Quatsch dennoch einen Hintergrund, denn die Markkus mussten sich zuvor in Finnland in Wirtschaft, Kunst oder anderen Lebensbereichen behaupten, um sich von der Menge anzuheben und die Anerkennung zu erhalten. Diese Zeremonie ist eine sehr große Ehre für jeden Markku!

(Für die, die mit den anderen Tausenden gerne den Namenstag feiern würde: am 25.04. ist es wieder so weit!)

Was für eine spaßige, verrückte Aktion.

Wer sich selbst überzeugen will, hier geht es zur Website, die sogar den Titel „Beste Homepage des Jahres 2009“ erhielt:

http://www.markkuliitto.fi/

Doch apropos verrückte Aktion – das war bei Weitem noch nicht alles.

Wer sich in Finnland in Sachen Kultur weiterbilden will, hat nämlich die Möglichkeit, verschiedene Museen zu besuchen. Doch normale Museen finden wir ja auch im schönen Deutschland, oder? Darum hier unsere Top-3-Museums-Arten, für die es sich umso mehr zu reisen lohnt:

– „Pahkaparatiisi“. Hinter diesem finnischen Begriff verbirgt sich eine Sammlung mit unzähligen Verwachsungen, Knollen und anderen eigenartigen Baum-Gebilden. Wer wollte das nicht schon immer mal sehen?

– Auch die Finnen müssen hin und wieder einkaufen. Doch das scheint ihnen so viel Spaß zu machen, dass sie ein ganzes Museum für Plastiktüten eröffnet haben. Zehntausende Exemplare können bestaunt werden, die ältesten aus den 60-er Jahren.

– „Nuukuuren museo“. Zu deutsch: „Museum des Geizes“. Der Titel spricht für sich – auch wenn viele hier verwendete Gebrauchsgegenstände eher mit einem zwinkernden Auge aufgefasst werden sollten. 😉

Doch in Sachen Liebe sind die Finnen natürlich ganz und gar nicht geizig. Im Gegenteil – die Männern lesen den Frauen die Wünsche von den Augen ab, tragen sie auf Händen … oder auf den Schultern in einer Weltmeisterschaft.

Hinsichtlich des „Zu-wörtlich-Nehmens“ kennen die sich eindeutig aus!

Ehefrauen-Tragen
(c) Wikipedia

Was hier nach einem witzigen Huckepack-Rennen aussieht, ist vielen Ländern bitterer Ernst: Die Sportart „Ehefrauen-Tragen“. Dabei muss der Mann seine Partnerin auf den Schultern über einen 253,5 Meter langen Parcours so schnell wie möglich hinweg tragen.

Bei dieser jährlichen Weltmeisterschaft im kleinen Dörfchen Sonkajärvi, etwa 500 Kilometer nordöstlich von Helsinki, behaupten sich die Finnen immer wieder auf’s Neue. Und das erfolgreich – bei mehr als 2 dutzend teilnehmenden Ländern erringen sie stets Treppchen-Plätze.

(c) Wikipedia
(c) Wikipedia

Auf diese lustig anzuschauende Idee kamen die Männer in weiß-blau aufgrund einer Legende, denn der Räuber Ronkainen, der im 18. Jahrhundert sein Unwesen in den finnischen Wäldern trieb, wollte neue Männer nur in seine Bande aufnehmen, wenn sie sich behaupteten, indem sie Frauen aus umliegenden Nachbarhäusern stahlen.

Puuh! Nach dieser Knüppelarbeit haben sich die Teilnehmer natürlich eine ordentliche Ruhepause verdient.

B2Und auch Touristen haben dabei was zu gucken – denn es gibt neben den verrückten Attraktionen natürlich auch viele witzige Übernachtungs-möglichkeiten in Finnland. Neben einem Zelthotel und einem (im ohnehin kalten Finnland) erfrischenden Eishotel können alle Ruhe-Suchenden auch in einem Glas-Iglu-Hotel absteigen, um nur einige zu nennen! Doch das absolute Highlight ist für alle Reisenden und Einheimischen natürlich das Gefängnishotel. Dort können die Besucher in einem ehemaligen Gefängnisgebäude Helsinkis wohnen. (Keine Sorge – auch wenn es unter Denkmalschutz steht und ziemlich alt ist, wurde es renoviert und bietet nun Extraklasse-Komfort.) Zwei bis drei Zellen wurden zusammengefügt und 106 hochwertige, sehr gemütlich eingerichtete Zimmer geschaffen. Die authentische Gefängnisstimmung ist selbstverständlich dennoch vorhanden!

Gefängnishotel
(c) Feinschmeckerblock

Wow. Bei so vielen Kuriositäten brummt der Schädel. Darum hier zum Abschluss ein paar kurze, knackige Fun-Facts:

– Kinofilme werden in Finnland selten bis gar nicht synchronisiert. Amerikanische Filme werden daher oft mit finnischen UND schwedischen Untertiteln gezeigt. Diese Methode soll das Fremdsprachen-Lernen fördern.

– Viele Patienten lassen jährlich Dinge aus finnischen Krankenhäusern mitgehen. Diese „Souvenirs“ sind zum Beispiel Salben, Thermometer, Milchpumpen, Cremes oder Besteck. Nichts davon ist wirklich wertvoll – aber der Gedanke zählt, nicht wahr? 😛

– „Unikeonpäiva“, die finnische Variante des Siebenschläfers, oder auch „Nationaler Tag der Schlafmütze“ ist ein Freudenfest für diejenigen, die Langschläfer ärgern können. Wer nämlich nicht vor 7 Uhr in der Früh wach ist, darf sich nicht wundern, wenn am 27. Juli mit kaltem Wasser geweckt wird – oder im nahegelegenen See landet.

(c) Wikipedia
(c) Wikipedia

– Im schönen, kühlen Lappland werden Reisende besonders belohnt – sie können die Aussicht während der Gondelfahrt in einer schönen, warmen Sauna genießen. Ganz recht: Eine Sauna-Gondelbahn, mit 2 km sogar die längste ganz Finnlands. 15 Minuten lang können bis zu 4 Personen der Gesundheit etwas Gutes tun.

– Ob unser Gitarrengott Riku wohl schon mal bei den Weltmeisterschaften des Luftgitarre-Spielens in Oulu teilgenommen hat? Wobei er sich doch mit einem echten Instrument besser macht – auch wenn das ganze Spektakel lustig anzuschauen ist, ebenso wie die WM für Handyweitwurf in Savonlinna.

Die spinnen, die Finnen.

Cartoon

Was sind eure kuriosesten Erlebnisse rund um Suomi?
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